Pflegepflichtversicherung für Soldaten
Eine Pflegepflichtversicherung für Soldaten ist gesetzlich vorgeschrieben. Innerhalb einer Frist von drei Monaten muss diese nachgewiesen werden und kostet inkl. kleiner Anwartschaft häufig nicht mehr als 39 Euro im Monat.
Vergleich der Pflegepflichtversicherungstarife 2026 für Soldaten
Was ist die Pflegepflichtversicherung für Soldaten?
Als Soldat der Bundeswehr haben Sie Anspruch auf unentgeltliche truppenärztliche Versorgung und werden über den Sanitätsdienst der Bundeswehr und Vertragsärzte versorgt. Dieser Umstand erfüllt die gesetzliche Verpflichtung als deutscher Bürger jederzeit zu 100% krankenversichert zu sein. Das Problem ist jedoch, dass Sie als Zeitsoldat nicht über den Bund pflegeversichert sind.
Mit Ernennung zum Soldat auf Zeit oder Berufssoldat müssen Sie dem Dienstherrn eine Pflegepflichtversicherung nachweisen.
Die Pflegepflichtversicherung ist nicht mit einer Pflegezusatzversicherung zu verwechseln. Letztere stockt nur die gesetzliche Grundleistung auf und ist keine gesetzliche Pflichtversicherung. Mangels spezieller Kenntnisse bei der Beratung von Soldaten, kommt es leider immer wieder vor, dass junge Zeitsoldaten bei privaten Versicherern eine Pflegezusatzversicherung verkauft bekommen, obwohl sie eine Pflegepflichtversicherung benötigen. Die Folgen sind u.U. sehr teuer, denn der so versicherte Soldat begeht eine Ordnungswidrigkeit, welche mit einem Bußgeld von bis zu 2.500 € geahndet werden kann.
Was kostet die Pflegepflichtversicherung für Soldaten?
Die Pflegepflichtversicherung kann sowohl bei dei der gesetzlichen, als auch bei der privaten Krankenversicherung abgeschlossen werden.
Gesetzliche Krankenversicherung:
Zeitsoldat ohne Kind: Grundgehalt: 2.568,21€,
Beitragssatz: 4 %
→ monatlicher Beitrag zur Pflegepflichtversicherung: 102,73 €
(Beispiel: TK Stand 2026)
private Krankenversicherung:
18-jähriger, gesunder Zeitsoldat:
monatlicher Beitrag zur Pflegepflichtversicherung: 31,03 €
(Beispiel: DBV Stand 2026)
Was leistet die Pflegepflichtversicherung für Soldaten?
Die Leistungen der Pflegepflichtversicherung sind im SGB XI (Sozialgesetzbuch festgelegt) und grundsätzlich immmer gleich, unabhängig von der Gesellschaft und egal ob privat oder gestzlich abgesichert.
Die Krankenversorgung für Soldaten
Bei der truppenärztlichern Versorgung handelt es sich um eine besondere Form der Fürsorge des Dienstherrn (Bund oder Land) gegenüber seinen Beamten. Sie wird speziell denjenigen Berufsgruppen gewährt, deren Tätigkeit besonders risikoreich und gefährlich ist. Die ärztliche Versorgung erfolgt grundsätzlich im Rahmen der unentgeltlichen truppenärztlichen Versorgung. Ein erkrankter Soldat muss demnach zuerst den diensthabenden Arzt seiner Einheit (Truppen- oder Standortarzt) aufsuchen. Erkrankt ein Soldat während seines Urlaubs in Deutschland, muss er den Truppenarzt einer erreichbaren Kaserne aufsuchen. Ausnahmen von dieser Regel sind möglich, beispielsweise bei Unfällen, plötzlichen Erkrankungen oder wenn ein Truppenarzt nicht erreichbar ist. Dann darf die Erstversorgung auch durch einen niedergelassenen Arzt oder eine Notfallambulanz erfolgen. Ebenso bei Auslandsurlauben. Für weitergehende Behandlungen, beispielsweise durch Fachärzte, ist die Überweisung des Truppenarztes erforderlich!
Ihr umfassender Leitfaden zur Absicherung 2025/2026
Die Verpflichtung zur Pflegevorsorge stellt für Angehörige der Bundeswehr eine Besonderheit im deutschen Sozialsystem dar. Während der Dienstherr durch die unentgeltliche truppenärztliche Versorgung (utV) für die medizinische Behandlung im Krankheitsfall aufkommt, bleibt das Risiko der Pflegebedürftigkeit in der privaten Eigenverantwortung des Soldaten. Gemäß § 1 Abs. 2 SGB XI ist jeder Soldat verpflichtet, eine Pflegepflichtversicherung abzuschließen, die den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Diese Regelung gilt für Soldaten auf Zeit (SaZ), Berufssoldaten (BS) und freiwillig Wehrdienstleistende (FWDL) gleichermaßen, wobei die Wahl des richtigen Versicherungssystems maßgeblich über die finanzielle Belastung und die Qualität der späteren Versorgung entscheidet.
Warum die Pflegepflichtversicherung für Soldaten obligatorisch ist
Viele Rekruten und aktive Soldaten gehen fälschlicherweise davon aus, dass die „freie Heilfürsorge“ ein All-inclusive-Paket darstellt. Dies ist ein kostspieliger Irrtum. Die Pflegeversicherung ist rechtlich strikt von der Krankenversorgung getrennt. Wer innerhalb von drei Monaten nach Diensteintritt keinen Nachweis über eine Pflegepflichtversicherung erbringt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit Bußgeldern von bis zu 2.500 Euro geahndet werden kann.Darüber hinaus riskieren Soldaten ohne Versicherungsschutz erhebliche Nachzahlungen und disziplinarische Konsequenzen innerhalb der Bundeswehr.
Die Rolle der unentgeltlichen truppenärztlichen Versorgung (utV)
Die utV ist das Primärsystem der medizinischen Versorgung für aktive Soldaten. Sie deckt präventive Maßnahmen, ärztliche Behandlungen bei Krankheit sowie Schwangerschaft und Entbindung ab.Da Soldaten jedoch nicht in das System der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) eingegliedert sind, erfolgt auch keine automatische Abführung von Pflegebeiträgen. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, eigenständig einen Vertrag mit einer sozialen Pflegekasse oder einem privaten Versicherungsunternehmen zu schließen.
Statusabhängige Absicherungsstrategien: SaZ vs. Berufssoldat
Die optimale Wahl der Pflegeversicherung hängt untrennbar mit Ihrem dienstrechtlichen Status und Ihrer langfristigen Karriereplanung zusammen. Ein Einheitsmodell existiert nicht; vielmehr erfordert jede Laufbahn eine spezifische Konfiguration der Versicherungsbausteine.
Herausforderungen für Soldaten auf Zeit (SaZ)
Zeitsoldaten stehen vor der Herausforderung, dass ihr Status als Heilfürsorgeberechtigter mit dem Dienstzeitende (DZE) erlischt. In diesem Moment erfolgt der Übergang zurück in das zivile System – entweder in die gesetzliche Krankenversicherung oder, bei entsprechender beruflicher Qualifikation, in die private Krankenversicherung (PKV).
Die finanzielle Belastung durch die Pflegeversicherung wird oft unterschätzt. Durch die Pflegereformen der letzten Jahre sind die Ausgaben massiv gestiegen, was sich unmittelbar in den Beiträgen widerspiegelt. Zum 1. Januar 2025 wurde der Beitragssatz in der sozialen Pflegeversicherung auf 3,6 % angehoben.
Gesetzliche vs. Private Pflegepflichtversicherung
In der gesetzlichen Pflegeversicherung (SPV) richtet sich der Beitrag nach Ihrem Bruttoeinkommen. Ein Oberfeldwebel mit einem Gehalt von 3.000 Euro zahlt bei einem effektiven halben Beitragssatz (wegen utV) bereits rund 54 Euro monatlich (bei Kinderlosigkeit sogar über 60 Euro).9
Im Vergleich dazu beginnt eine private Pflegepflichtversicherung (PPV) für junge, gesunde Soldaten oft schon bei etwa 32 bis 40 Euro im Monat – inklusive einer Anwartschaft für die Zukunft.12 Über eine Dienstzeit von 12 Jahren summiert sich die Ersparnis auf mehrere Tausend Euro, während gleichzeitig die Rechte für eine spätere private Krankenvollversicherung gesichert werden.Privatversicherte müssen sich zum 1. Januar 2026 auf Beitragsanpassungen einstellen. Experten prognostizieren Steigerungen zwischen 6 % für beihilfeberechtigte Tarife und bis zu 16 % für Normaltarife.Diese Entwicklung macht eine fundierte Beratung durch Experten für Soldatenabsicherung noch wichtiger, um Tarife mit stabilen Alterungsrückstellungen und moderaten Anpassungszyklen zu wählen.
Die strategische Bedeutung der Anwartschaft
Die Anwartschaft ist das Herzstück einer intelligenten Soldatenabsicherung. Sie fungiert als Versicherung für die Versicherung.Ohne Anwartschaft riskieren Soldaten, nach ihrem Dienst aufgrund von Erkrankungen oder Verletzungen, die während der Dienstzeit aufgetreten sind, keine private Absicherung mehr zu erhalten oder horrende Risikozuschläge zahlen zu müssen.
Warum die Pflegepflichtversicherung der Anwartschaft folgt
Rechtlich gilt: Die Pflegepflichtversicherung wird dort abgeschlossen, wo auch die Krankheitskostenvorsorge (oder deren Anwartschaft) besteht.Wer sich also für eine private Pflegepflichtversicherung entscheidet, muss in der Regel auch eine Anwartschaft bei demselben Versicherer abschließen. Dies bietet den Vorteil, dass alle versorgungsrelevanten Daten an einer Stelle gebündelt sind und der Übergang am Dienstzeitende reibungslos verläuft.
| Anbieter (Beispiele) | Umstellungsfrist nach Heiulfürsorge | Besonderheiten Anwartschaft |
|---|---|---|
| Allianz | 1 Tag vor Umstellungsbeginn | Fokus auf schnelle Aktivierung |
| Hanse/ Merkur | 2 Monate | Umfangreiche Gesundheitsfragen |
| Continentale | 3 Monate | Über Soldatenverband Sonderkondiitionen möglich |
| Signal Iduna | 3 Monate | Spezialist für Beihilfe und Soldaten |
| DBV | bis zu 6 Monate | Spezialist für Beihilfe und Soldaten |
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Soldaten-Pflegeversicherung
Muss ich mich auch im Auslandseinsatz pflegeversichern?
Ja. Die Versicherungspflicht besteht während der gesamten Dienstzeit fort, unabhängig vom Einsatzort. Da Pflegebedürftigkeit auch durch Unfälle oder Erkrankungen im Ausland eintreten kann, ist der lückenlose Schutz essenziell.
Was passiert, wenn ich nach 12 Jahren SaZ-Zeit in die GKV zurückkehre?
In diesem Fall endet Ihre private Pflegepflichtversicherung und Sie treten wieder in die soziale Pflegekasse Ihrer gewählten Krankenkasse ein. Die zuvor gezahlte Anwartschaft war dennoch sinnvoll, da sie Ihnen die Option auf eine private Zusatzversicherung ohne Gesundheitsprüfung offenlässt.
Kann ich die Pflegeversicherung rückwirkend abschließen?
Einige Versicherer akzeptieren rückwirkende Policen, jedoch ist dies mit Nachzahlungen verbunden. Es ist dringend ratsam, die Versicherung unmittelbar bei Dienstantritt abzuschließen, um Bußgelder zu vermeiden.
Wie hoch ist das Bußgeld bei fehlender Versicherung?
Die gesetzlichen Rahmenbedingungen sehen Bußgelder von bis zu 2.500 Euro vor. Zudem können disziplinarische Maßnahmen durch den Dienstherrn erfolgen, da die Versicherungspflicht Teil der soldatischen Sorgfaltspflichten ist.
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